| German 204: Intermediate German II Thema: Die multikulturelle Gesellschaft |
Hintergrundinformation zum Text |
Vokabelerklärungen |
| Multikulti | ugs.: multikulturell, die multikulturelle Gesellschaft, die Multikulturalität |
| Wischiwaschi | ugs.: etwas Ungenaues, nichts Klares, etwas Verschwommenes |
| die Firmvorbereitung | Vorbereitung auf die Firmung = eines der sieben Sakramente in der katholischen Religion; durch die Firmung soll der Glaube gefestigt werden; Jugendliche werden im Alter von etwas 14 Jahren gefirmt |
Multikulti ist immer noch besser als Wischiwaschi |
Tran Van Ngoc (17) aus Berlin: “1988 bin ich mit sieben Jahren nach Deutschland gekommen. 1993 war ich das erste Mal wieder in Vietnam. Aber ich habe mich dort fremd gefühlt - ohne Heimatgefühle. In Vietman bin ich eine Touristin. Als in Berlin 1989 die Mauer fiel, hat es noch zwei Jahre gedauert, bis ich zum ersten Mal “drüben” war. Auch den Übergang, dass der Osten langsam verschwindet, habe ich zuerst überhaupt nicht gemerkt. Wenn ich einen deutschen Pass habe, dann wird bestimmt keiner auf die Idee kommen, dass ich Deutsche bin. Wenn ich aber hier studiere und später auch ein Praktikum mache, dann ist es praktischer die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen." |
Gönül (21) aus Minden: "Wenn man aus einer sehr armen Familie kommt, dann ist der Bildungsweg eine Möglichkeit dieser Armut zu entkommen. Es ist viel schwieriger hier zu leben und viel einfacher in einer türkischen Großfamilie, wo man nicht nur eine Person hat zum Ansprechen, sondern zehn. Wenn ich in der Türkei bin, fühle ich mich immer sehr geborgen und voller Energien, wenn ich wiederkomme, komme ich nach dem Motto: "Jetzt kann ich die Welt retten!" Aber letztlich hat es keinen Sinn beides miteinander zu vergleichen, weil es zwei verschiedene Welten sind.” |
Reyhan (16) aus Berlin: "Deutschland ist ein großes Thema in der Türkei. Die wissen, dass man hier viel mehr Chancen hat aus dem Leben etwas zu machen. Die wissen, dass man hier die Religion besser ausleben kann als in der Türkei. Dort darf man doch nicht einmal mit dem Kopftuch zur Schule gehen. Die Lehrer sagen: "Wer ein Kopftuch trägt, hat kein Gehirn". Ich würde sehr gerne zurückgehen, wenn es dort die Möglichkeit gäbe, so zu leben wie hier - mit Kopftuch." |
Tino (19) aus Nürtingen: "Ich sitze irgendwie auf zwei Stühlen. Gut, das Herz schlägt vielleicht ein bisschen stärker für Italien, ich gehöre auch irgendwie zu Deutschland. Wir können nicht sagen, dass Integration immer nur von einer Seite kommen muss - beide Seiten müssen das wollen. Ich habe dieses Jahr bei der Firmvorbereitung in einer deutschen Kirchengemeinde geholfen, weil da so viele italienische Firmlinge waren. Da haben wir immer ein bisschen Italienisch gebetet. Das finde ich etwas Schönes, das ist Multikulti, aber nicht Wischiwaschi." |
Übungen |
| A. Inhalt. Ordnen Sie den Personen die jeweiligen Heimatländer ihrer Eltern zu. |
| Tran Van Ngoc | |
| Gönül | |
| Reyhan | |
| Tino |
| B. Inhalt. Schreiben Sie auf, welche Gefühle bzw. Eindrücke jede Person mit Deutschland verbindet. |
| Tran Van Ngoc |
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| Gönül |
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| Reyhan |
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| C. Inhalt. Schreiben Sie auf, welche Gefühle bzw. Eindrücke jede Person mit dem Heimatland der Eltern verbindet. |
| Tran Van Ngoc |
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| Gönül |
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| Reyhan |
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| D. Inhalt. Kreuzen Sie an, wo sich die Person “zu Hause” fühlt, im Heimatland der Eltern oder in Deutschland. |
| Heimat der Eltern | Deutschland | |
| Tran Van Ngoc | ||
| Gönül | ||
| Reyhan | ||
| Tino |
E. Inhalt. Wer ist sie? Welches Label würden Sie für Tran Van Ngoc wählen? a. Deutsche |
F. Vokabelarbeit. Versuchen Sie die Wurzel zu identifizieren und die Bedeutung der Wörter zu erraten. Nehmen Sie dabei den Kontext zu Hilfe. Es ist praktischer, die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen. 1. die Staatsbürgerschaft _______________________________________________ Der Bildungsweg [ist] eine Möglichkeit dieser Armut zu entkommen. 2. Bildungsweg ________________________________________________________ 3. die Armut ___________________________________________________________ Es ist viel einfacher, in einer türkischen Großfamilie zu leben. 4. die Großfamilie ______________________________________________________ Wer ein Kopftuch trägt, [...] 5. das Kopftuch ________________________________________________________
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G. Vokabelarbeit. Versuchen Sie die Bedeutung der kursiv gedrucken Wörter zu erklären. Nehmen Sie dabei den Kontext zu Hilfe. 1. Junge Ausländerinnen [...] äußern sich über ihr Leben in Deutschland [...]. 2. Der Bildungsweg [ist] eine Möglichkeit dieser Armut zu entkommen. 3. Die wissen, dass man hier die Religion besser ausleben kann. |