Kursbeschreibung, Ressourcen, Korrekturhilfe

Lehrplan

Deutsch 366: Nachkriegsdeutschland
German Studies & Russian
Macalester College
St. Paul, Minnesota
Rachael Huener, Ph.D.
huener@macalester.edu
Sprechstunden Frühlingssemester 2007: Mo-Mi-Fr 14.30-15.30
oder nach Vereinbarung (Tel. 6759)


Deutsch 366 >Nachkriegsdeutschland< versteht sich als eine interdisziplinäre Untersuchung des kulturellen Ausdrucks der zwei deutschen Staaten nach 1945. Unter >Kultur< verstehen wir nicht nur belletristische Literatur und >hohe< Kultur, sondern auch andere kulturelle Ausdrucksformen wie z.B. Film und andere Medien, soziale Fragen und Konflikte, Wirtschaft und Politik.

Leistungskategorien:

Vorbereitung und Mitarbeit am Unterricht
30
 
=Anwesenheit, aktive und informierte Teilnahme an der Diskussion, Verwendung von Lesehilfen
3 Prüfungen (3 x 15 Punkte)
45
  Prüfungen beinhalten sowohl Fragen zum Inhalt der gelesenen Werke und zum geschichtlichen und kulturellen Zusammenhang, als auch kurze Aufsätze zur Interpretation
5 Kurzkommentare (5 x 5)
25
  TeilnehmerInnen kommentieren Textstellen oder Filmsequenzen aus fünf verschiedenen Werken eigener Wahl. Kommentare dürfen einmal verbessert werden. (Anweisungen siehe unten)
 
=100

Kurzkommentare

Anweisungen zum Kurzkommentar:

Das Kurzkommentar ist eine kurze (nicht länger als 750 Wörter) originale Analyse einer Textstelle oder Filmsequenz. Alle KursteilnehmerInnen schreiben fünf Kurzkommentare und alle dürfen wählen, zu welchen Werken sie ein Kommentar schreiben. Textstellen und Sequenzen, die zu kommentieren sind, stehen am Ende jedes Lesehilfsblatts. In dem Kommentar sollen die folgenden Fragen berücksichtigt werden:

• In welchem Zusammenhang steht diese Textstelle (wo steht es in der Handlung, in der Entwicklung des Charakters usw.)?
• Wie ist das Zitat im engeren Zusammenhang zu verstehen (was meint der Sprechende damit, was drückt es über die jeweilige Situation aus)?
• Wie ist die Textstelle im breiteren Zusammenhang der kulturgeschichtlichen Themen und der Kursthemen zu interpretieren?

Das Kommentar soll vor dem Unterricht an die Kursleiterin als Email-Anhang geschickt werden. Nichtüberprüfte Kommentare (=Kommentare mit übermäßigen Schreibfehlern) werden ohne Benotung zurückgewiesen.

Kommentare dürfen einmal nach Sprache und Inhalt verbessert werden.

Beispielkommentar:

Lebensmüde? Diesen asiatischen Horden wollt ihr in die Hände fallen? Die Russen schneiden doch allen Frauen die Brüste ab! [Christa Wolf, Blickwechsel]

Der Sprecher ist ein SS-Offizier, der diese Sätze der Familie (genauer: der Großmutter) der Erzählerin im April 1945 im Luftschutzbunker sagt. Die Familie ist am Kriegsende von ihrer Heimat im Osten vertrieben worden und man flieht vor den Russen in den Westen. Die Flucht ist schwer und gefährlich, und die Flüchtlinge - vor allem die Mutter und die Großmutter - wollen nicht weiter. Diese Wörter sollen sie dazu motivieren, weiter in den Westen zu rücken. Der SS-Offizier verwendet bei dieser Bedrohung bekannte rassistische Begriffe und Denkweisen des Dritten Reiches: die Russen seien >asiatische< Unmenschen, die den deutschen Frauen >die Brüste abschneiden< bzw. sie vergewaltigen und töten. Offensichtlich glaubt zumindest die Großmutter daran, was der SS-Offizier sagt, denn die Famlie rückt mühsam und langsam weiter.

Diese Sätze drücken einerseits die Angst der Deutschen vor der Rache der Russen aus, aber auch anderseits ihre eigenen rassistischen Vorstellungen. Sie zeigen ja auch, wie bereit manche Deutschen waren, immer noch Terror über andere Deutsche auszuüben. Interessant aber problematisch ist dabei auch, daß in den Sätzen ein Stück Wahrheit steckt. Es stimmt, daß manche Soldaten der Roten Armee an den Deutschen Rache ausgeübt haben, wohl mehr Soldaten als bei den anderen Alliierten-Armeen, zum größten Teil wohl aus Rache wegen ihrer eigenen Behandlung von den Deutschen, die in der Sowjetunion viele Menschen einfach ermordert und weite Teile des Landes zerstört haben. Wir sehen hier, wie manche Deutschen aus diesen Gründen Zuflucht bei den westlichen Alliierten - vor allem den nicht so rachesuchenden bzw. rachebedürftigen Amerikanern - gesucht haben.


Korrekturhilfe
Verben (& Tempus)

GELB

Verbform

Der Protagonist wollen [will] damit aussagen, daß...

HELLGRÜN

Tempus

Damals meint [meinte] man, daß man sowas nicht sagen durfte.

Nomen (& Kasus)

HELLLILA

Genus

Die [Der] Film handelt von ...

BRAUN

Kasus

In den [dem] Film sieht man viele Beispiele...

PURPUR

Zahl

Diese Figur hat zwei Weltkrieg [Weltkriege] überstanden.

BLAU

Adjektivendung

Die beste [besten] Beispiele dieses Phänomens findet man...

Syntaktik

DUNKELGRÜN

Wortstellung

Katharina Blum sprach ungern mit dem Polizisten, weil er war krass und unfreundlich [weil er krass und unfreundlich war].

Lexis

ROSA

Wortwahl

Der jüngere Polizist war sympatisch [hatte Mitleid] mit Katharina.

Verschiedenes

HELLBLAU

Rechtschreibung

Der Erzahler [Erzähler] beschreibt seine Erfahrungen in der geteilten Stadt.

ROT

Interpunktion

Unterwegs fragte der Onkel, "Wohin wollen wir überhaupt?" [Unterwegs fragte der Onkel: >Wohin wollen wir überhaupt?<]

[ ]

falsch zusammengesetzte Wörter

Sie bewarb sich an die [Universität von Heidelberg] [Universität Heidelberg].

ORANGE

meine Vorschläge

 

GRAU

etwas fehlt

Dieser Satz drückt [aus], wie man damals darüber gedacht hat.

 
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Be advised, however, that in writing your German-language essays and papers or preparing oral presentations, the usual academic honesty policies apply (cf. the Student Handbook http://www.macalester.edu/deanofstudents/handbook/academic_policies.html): Plagerism, defined simply and broadly as presenting someone else's language and ideas as your own, is strictly prohibited. This means that you may not include any phrases or sentences taken from a website, an article or a book without citing them appropriately (i.e. using quotation marks and either a parenthetical citation or a footnote); nor may you present language edited by a native speaker or an advanced student of German as your own. This means that although it is appropriate to get help from anyone-especially your professor!-on discrete vocabulary or the occasional knotty grammatical problem, it is not appropriate to have someone go through an essay and find and correct errors, if you are going to submit the essay as your work. Such a practice is not good for your learning and it is not honest. If you have any questions about appropriate or inappropriate resources, talk to your professor.